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Frauen endlich gleich entlohnen!

Hier die Beschreibung des Bildes

Gemeinsam für mehr Lohngerechtigkeit (v. li.): Lisi Meier (DF), Edda Schliepack (SoVD), Hannelore Buls (DF), Elke Hannack, Reiner Hoffmann (beide DGB) und Stefanie Nutzenberger (ver.di), Foto: Laurin Schmid.

Bei gleicher Tätigkeit müssen Frauen immer noch auf durchschnittlich 21 Prozent Einkommen verzichten. Seit jahren hält sich die Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern hartnäckig. Mit einer gemeinsamen Aktion vor dem Brandenburger Tor haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Deutsche Frauenrat (DF) und der Sozialverband Deutschland (SoVD) deshalb jetzt den Druck auf Politik und Wirtschaft erhöht. Zum zehnten „Jubiläum“ des Equal Pay Days setzten sie die Lohnlücke mit einer Fotodemonstration ins Bild. Motto: „Was alles können sich Frauen nicht leisten, weil sie im Schnitt 21 Prozent weniger Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen?“ Gleichzeitig bekräftigten sie die Forderung nach gleichem Lohn für Männer und Frauen.

„Die Armut von Frauen im Alter wächst. Wenn diese folgenschwere Entwicklung gestoppt werden soll, müssen bereits im Erwerbsleben richtige Weichenstellungen erfolgen. Deshalb darf es keine Ausnahmen vom Mindestlohn geben. Und zweifellos gehört auch gleicher Lohn für gleiche Arbeit zu den Grundvoraussetzungen“, mahnte SoVD-Präsidiumsmitglied Edda Schliepack vor dem Brandenburger Tor. Die SoVD-Bundesfrauensprecherin nannte dabei konkrete Zahlen. „Den größten Teil der weit über sieben Millionen Minijobs in Deutschland besetzen Frauen. Es muss endlich Schluss sein mit dieser Niedriglohnpolitik, die Frauenaltersarmut produziert.“

Lohnlücke hat drastische Folgen für die Rente

Auch DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann machte deutlich: „Im Durchschnitt hat eine Frau im Jahr 3700 Euro weniger Geld im Portemonnaie als ihr Kollege. Das hat Folgen für die soziale Absicherung bis hin zur Rente.“

Lisi Maier, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, ergänzte: „Vieles von dem, was Frauen für dieses Land leisten, tun sie unbezahlt. Gemeinsam mit steuerlichen Fehlanreizen führt das dazu, dass Frauen im Lebensverlauf deutlich schlechtergestellt sind. Wir fordern deshalb die Ausweitung partnerschaftlicher, familienpolitischer Leistungen, die Aufwertung aller Berufe in den personenzentrierten Dienstleistungen und grundsätzlich eine gerechte und nachhaltige Anerkennung der Leistung von Frauen – ihrer bezahlten und unbezahlten Arbeit.“

Landesweit Flagge gezeigt für mehr Lohngerechtigkeit

Der Equal Pay Day wird seit zehn Jahren in Deutschland als bundesweiter Aktionstag begangen. Er markiert symbolisch die Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern. Auch der SoVD setzt sich seit fast zehn Jahren für Lohngleichheit ein. Was mit einem Dutzend Frauen vor dem Brandenburger Tor begann, wurde im Laufe der Jahre zur bundesweiten Kampagne. Dabei wurde an insgesamt 124 Standorten in allen SoVD-Landesverbänden Flagge gezeigt.

Als Ergebnis liegt nun der Gesetzentwurf für ein Entgelttransparenzgesetz vor, für das sich der Verband so lange eingesetzt hat. Den Entwurf und das Jubiläum nahmen die Frauen im SoVD zum Anlass, um Bilanz zu ziehen. Im Rahmen einer gut besuchten Festveranstaltung im Roten Rathaus in Berlin nutzte man die Gelegenheit, mit der Bundesregierung sowie mit Sachverständigen und Bündnispartnern zu diskutieren, wie es gelingen kann, Lohngerechtigkeit tatsächlich herzustellen.

Lohntransparenz ist ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit

SoVD-Präsident Adolf Bauer und SoVD-Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack begrüßten die Anwesenden und ließen zehn Jahre im Kampf für mehr Lohngerechtigkeit Revue passieren. Dabei stellte Bauer fest: „77 Tage arbeiten Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen immer noch umsonst, um den gleichen Lohn zu erhalten. (...) Wir müssen diesen Teufelskreis endlich durchbrechen.“ Schliepack nannte die fortwährende Lohnlücke einen „Skandal“. Sie dankte der Parlamentarischen Staatssekretärin Elke Ferner (BMFSJ), dass ihr Ministerium das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebacht habe: „Lohntransparenz ist ein erster Schritt zu mehr Lohngerechtigkeit.“

Elke Ferner sprach in ihrem Beitrag ebenfalls die Teilzeitarbeit von Frauen an, die nach dem Erwerbsleben zu einer Rentenlücke führe. „Deshalb muss das Rückkehrrecht auf Vollzeit verankert werden.“ Hannelore Buls (DF) skizzierte sodann das Gutachten des zweiten Gleichstellungsberichtes.

Podiumsdiskussion zeigte großen Handlungsbedarf auf

Auch die anschließende Podiums- und Plenumsdiskussion zeigte den weiterhin noch großen Handlungsbedarf. Auf dem Podium brachten Stefanie Nutzenberger (ver.di-Bundesvorstandsmitglied), Hannelore Buls (Deutscher Frauenrat), Elke Hannack (stellvertretende   DGB-Vorsitzende) und Edda Schliepack (SoVD-Bundesfrauensprecherin) ihre Forderungen an die Politik zum Ausdruck.

Gudrun Karp, Frauensprecherin des SoVD-Landesverbandes Schleswig-Holstein und stellvertretende Vorsitzende des SoVD-Ausschusses für Frauenpolitik, fasste abschließend die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen.

Zur Ausgabe 2017 der SoVD-Zeitung




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